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Der Dulsberg lebt auf und feiert die E R Ö F F N U N G des café dulsBerg Straßburger Platz 9 - 22049 Hamburg am 1. Dezember, 11:00 Uhr. |
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Juni 2003 Eingeworfen Die Globalisierung, ihre Verlierer, die Kraft des Kapitalismus und der Nutzen von Patenschaften. Fast könnte man annehmen, sie nützt jedem, die Globalisierung. Dem Konzernlenker erschließt sie neue Märkte. Der Philosoph denkt bei der Öffnung des Marktes an den Transport von demokratischen Strukturen. Der humanistische Visionär bringt Brot und Wasser und wachsenden Lebensstandard für alle. Der Bürokrat greift nach neuen gut bezahlten Ämtern. Der neoliberale Wirtschaftsideologe findet ein vorzügliches Experimentierfeld für seine Rezepte, ohne dass er Gefahr läuft, für die Folgen haften zu müssen. Der verantwortungsvolle Öko-Aktivist sieht die Chance, Ozonlöcher endlich weltweit zu stopfen. Gleichwohl: Wo man Chancen vermutet, da drohen naturgemäß auch Risiken. Sie reduzieren sich in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem auf die Dritte Welt. Dass man die Ärmsten dieser Erde nur noch effektiver ausplündern wird, so fürchtet eine wachsende Zahl guter Menschen. Globalisierung! In meinem guten alten "Kröner", Wörterbuch der Wirtschaft von 1990, gibt es den Begriff noch gar nicht. Ins aktuelle Universalwörterbuch von Duden hat er schon Eingang gefunden. Im Internet findet sich die griffige Kurzformel: "Zunahme internationaler Wirtschaftsbeziehungen und Verflechtungen." Tatsache ist, dass dieser Prozess nicht erst heute in Bewegung geraten ist. Dafür mag er schwungvoller geworden sein, mit Auswirkungen, die für jedermann sichtbar sind. Als eines der Hauptargumente für ein verstärktes internationales Engagement großer Unternehmen wird stets der sich verstärkende Konkurrenzdruck ins Feld geführt. Man müsse billiger produzieren, heißt es. Entweder hier oder im Ausland. Wegen der internationalen Konkurrenz. Das kennt man! Noch in den neunziger Jahren waren es die so genannten Tigerstaaten, von denen vor allem auf Drittmärkten Gefahr drohen sollte. Schon damals wollte man sich dem Konkurrenzdruck beugen. Doch in der Öffentlichkeit weniger durch globale Aktivitäten, denn durch sinkende Löhne und Lohnnebenkosten im Inland. Quer durch alle Parteien hatte man auch zu jener Zeit darüber diskutiert. Große Demonstrationen aber, so wie sie heute gegen die Folgen der Globalisierung stattfinden, hat es nicht gegeben. Warum? Vielleicht weil in der öffentlichen Wahrnehmung wir selbst, allen voran die deutschen Arbeitnehmer, die Opfer waren. Wie dem auch sei. Mit dem Globalisierungsbegriff verloren sich die Unstimmigkeiten. Täter und Opferrolle waren wieder klar definiert. Ruckzuck! Der Blick des guten Menschen richtete sich auf die Dritte Welt. Der Feind, das waren vor allem wieder wir selbst. Für linke Theoretiker auch stellvertretend die internationalen Konzerne. Für sie ging es früher gegen den Imperialismus, heute eben gegen die Globalisierung oder ihre Auswirkungen. Nun ist es bei Gott nichts Negatives, sich für die Ärmsten und Entrechteten einzusetzen. Ich selbst habe seit vielen Jahre die Patenschaft für ein Kind in Bolivien gehabt, heute für eines in der Dominikanischen Republik. In dieser Hinsicht ziehen wir wohl alle an einem Strang. Recht so, denn dass sich die entwickelte kapitalistische Welt seit einem Jahrhundert gütlich getan hat an den Bodenschätzen und sonstigen Reichtümern ferner Welten, ist eine Binsenweisheit. Das ist verwerflich, sicher. Aber es ist nicht mehr rückgängig zu machen. Und die Dritte Welt scheint hinsichtlich ihres nackten Überlebens in immer stärkere Abhängigkleit zu geraten. Da ist es geboten, dass wir von unserem Reichtum abgeben. Doch hier beißt sich der Hund in den Schwanz. Denn die willkürlichen Finanzströme rund um den Globus, die Verlagerung von Produktion und Logistik großer Konzerne in Billiglohnländer, vor allem auch die von vielen Globalisierungsgegnern geforderte Öffnung der eigenen Märkte führt zwangsläufig zur "Schwächung" der eigenen Volkswirtschaften. Ökonomisch ausgedrückt würde sich das erwirtschaftete Sozialprodukt auf ein größeres Territorium und eine größere Anzahl von Wirtschaftssubjekten verteilen. Der Theorie folgend müsste sich das wirtschaftliche Gleichgewicht bei unzureichendem Wachstum im eigenen Lande nach unten orientieren und in den unterentwickelten Ländern nach oben. Zu befürchten ist allerdings, dass es uns zwar schlechter gehen wird, der großen Masse in den Entwicklungsländern aber schon allein wegen ihrer hohen Geburtenraten trotzdem nicht besser. Ein Prozess der Hilfe und des gegenseitigen Nutzens muss also allseitig durchdacht sein. Denn eine Schwächung des Helfenden führt unweigerlich zur Einschränkung, ja kann bis hin zur Auflösung dieser Hilfe führen. Eben so wie ich meine persönliche Patenschaft nur aufrecht erhalten kann, so lange ich in Lohn und Brot stehe. Ein wie auch immer geführter Kampf gegen die Globalisierung zugunster der Globalisierungsverlierer in der Dritten Welt muss also stets auch ein Kampf sein für die Leistungsfähigkeit der entwickelten Welt. Ein Prinzip, das genauso bedingungslos für unser christlich-abendländisches Wertesystem gelten muss, das zu unseren Kraftquellen gehört. Leider steht zu vermuten, dass die Vernunft zunächst auf der Strecke bleibt. So dass sich der eingangs beschriebene Konzernlenker in den so sehnlichst herbeigewünschten neuen Märkten mit Korruption und Misswirtschaft herumschlagen muss. Dass der Philosoph weniger der geistigen Läuterung ferner Völker dient, sondern der Sicherung eigener Werte. Dass der humanistische Visionär sich zuallererst darüber Gedanken macht, wie er die ganz persönliche Proteinversorgung sichern kann. Dass dem Bürokraten kein Gehalt gezahlt wird, weil immer weniger produziert wird im eigenen Land, was die Staatskasse in die endgültige Pleite befördert. Dass der neoliberale Wirtschaftsideologe nach den letzten Geruchsspuren eines staatlichen Furzes schnüffelt, weil er dessen Gestank für das Scheitern seiner Experimente verantwortlich macht. Dass der Öko-Aktivist verzweifelt nach dem Ozonloch sucht, obwohl es in der oberen Atmosphäre schon lange kein dreiwertiges Sauerstoffmolekül mehr gibt.
Dazu brauchen wir im eigenen Land eine prosperierende Marktwirtschaft. Mit einem Faktor Arbeitskraft, der an die vorderste Stelle gehört. Ziel: eine spürbare Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Also: Steuern runter, Nachfrage stärken, besonders in Krisenzeiten. Und nicht zuletzt: Die soziale Stabilität erhalten - als ersten Schritt im Kampf gegen die Auswirkungen der Globalisierung!
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